Aktion “Grüne Woche: Green Washing Week”

Den Organisatoren der diesjährigen Landwirtschaftsmesse „Internationale Grüne Woche“ image22fiel nichts Besseres ein, als ausgerechnet Marokko zum ersten nichteuropäischen Partnerland zu wählen. Im Zuge dessen beschlossen wir, die Verbraucher über politische und wirtschaftliche Hintergründe zu den ausgestellten Produkten und Unternehmen aufzuklären. Zunächst stellten wir uns mit einem „Green Washing Week“* Schild vor den Haupteingang. Nachdem wir dort auf aggressives Unverständnis und gelangweiltes Desinteresse stießen, beschlossen wir, selbst zu Konsumenten zu werden, und die Marokkohalle zu besuchen.

image12Nach einigem Gerangel mit Security Personal, denen unsere wunderbaren Flyer nicht gefielen, bestaunten wir die mit Tomaten ausgeschmückten Ausstellungsräume. Überall Tomaten. In Körben, in altbackenen Holzwägen, eingeschweißt in Plastiktüten, aufgereiht in verschlossenen Glaskästen wie Goldbarren. Einladend wurden all die frischen Tomaten mit „Please don’t touch“-Schildern dekoriert. Wir ließen uns inspirieren und legten unsere Flyer dazu.

 image91 image4 image8

Beim Versuch, einen „südmarokkanischen“ Stand mit unserem aktivistisch unkenntlich aussehenden Freund mit Flyer zu fotografieren, wurden wir erneut in sinnlose Gespräche verwickelt. Zum Schluss gelang es uns jedoch, alle unsere Flyer an die Besucher zu verteilen. Die Einen hielten uns für Messemitarbeiter*innen und wurden auf diese Weise zum Lesen motiviert, andere kannten sogar den Konflikt aus ihrer Schulzeit (Ja, in Deutschland!) und es entstanden spannende Gespräche. Aus unserer Sicht hat sich die ganze Aktion im Nachhinein gelohnt, auch wenn sie sehr schleppend begann. In der Hoffnung, wenigstens Einige zur Teilnahme an der Petition bewegt oder zumindest das Wort „Westsahara“ ins Bewusstsein gerufen zu haben, verließen wir optimistisch, erschöpft und hungrig die Räume des Berliner ICC Geländes.

          image61          image3

*Was soll denn „Green Washing Week“ bedeuten?
„wörtlich ,grünwaschen’, ,sich ein grünes Mäntelchen umhängen’, ist eine kritische Bezeichnung für PR-Methoden, die darauf zielen einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbeswusstes Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt.“ (Wikipedia: „greenwashing“)
Unser Slogan bezieht sich außerdem auf den Grünen Marsch, auf den auch die Website von „Taste of Morocco“ (Die Organisatoren der Marokkohalle bei der Grünen Woche) hingeweist. Beim Grünen Marsch handelt es sich um den Einmarsch Marokkos in die Westsahara vor 40 Jahren.


Traduction en FRANÇAIS: ici

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.