Grüne Woche 2016: Greenwashing der kolonialen Besatzung und der Plünderung der Westsahara durch Marokko

Die „Internationale Grüne Woche“, vom 15.-24. Januar 2016 in Berlin, hat dieses Jahr das „Königreich Marokko“ als Partnerland gewählt.
Warum musste das „erste afrikanische Partnerland“ der Messe gerade die letzte Kolonialmacht Afrikas sein? Und warum werden Produkte aus der Westahara ausgestellt, die der Europäische Gerichtshof als illegal bezeichnet?

Marokkos illegale Ausbeutung der Bodenschätze in der Westsahara

Seit 40 Jahren besetzt Marokko illegal einen Großteil der Westsahara – welcher immer wieder irreführend als „Südmarokko“ oder „südliche Provinzen“ bezeichnet wird. Über die einhergehende Repression und Menschenrechtsverletzungen wird immer wieder berichtet. Seit 40 Jahren werden deshalb rund 165.000 Menschen gezwungen, im Exil in der algerischen Wüste zu leben. Und seit 25 Jahren verhindert das marokkanische Königshaus das im Friedensabkommen von 1991 vereinbarte Referendum zur Selbstbestimmung. (Mehr Infos z.B. hier)

Einer der Gründe der kolonialen Besatzung sind (natürlich) die wirtschaftlichen Interessen. Denn die Bodenschätze der Westsahara sind vielfältig: von Phosphat und Erdöl über Fischbestände bis zur Landwirtschaft. Jedoch ist Ausbeutung der Bodenschätze illegal im Sinne des Völkerrechts, sofern diese nicht zugunsten der lokalen Bevölkerung erfolgt. Dies hat nun auch der Europäische Gerichtshof anerkannt und das EU-Handelsabkommen mit Marokko als ungültig erklärt (siehe hier).

Grüne Woche = Grüner Marsch?

Auch hier wird der koloniale Hintergrund schnell erkennbar: Ein Besuch der Website des „Marokko und Afrika Servicepartners“ Key-gate und ein Klick auf die Homepage des marokkanischen Handelverbandes „Maroc Taswiq“ genügen. Da feiert ein Banner die „40 Jahre des Grünen Marsches“.
Unter diesem Namen ist im November 1975 die marokkanische Armee, hinter mehreren hunderttausend marokkanische „Zivilisten“, heimlich in die Westsahara einmarschiert.

Und die „Grüne Woche“ unterstützt diese Plünderung! Mindestens zwei der angeblich marokkanischen Aussteller kommen aus der Westsahara:
– die „Kooperative Lamlaga“ und
– das Unternehmen „Les Domaines (agricoles)„, das sogar dem König Mohammed VI. persönlich gehört.
(Mehr Infos im Bericht von ‚Western Sahara Ressource Watch‘ und ‚Emmaus Stockholm‘ hier.)

Deshalb fordern wir:

  • Menschenrechte vor Wirtschaftsinteressen!
  • Kennzeichnung der Produkte aus der Westsahara! (wie es z.B. jetzt auch Human Right Watch fordert)
  • Boykott aller Produkte aus der Westsahara, solange das Referendum aussteht!
  • Referendum zur Selbstbestimmung der sahrauischen Bevölkerung JETZT! (Siehe die internationale Petititon)

Artikel zum Thema vom Humanistischen Pressedienst: http://hpd.de/artikel/12645

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